Velbert in der Abwärtsspirale

ZU BERICHTEN ÜBER DIE KITA-PLÄNE AM BRANGENBERG UND DAS GEWERBEGEBIET LANGENBERGER STRASSE

In den letzten Jahren hat sich in Velbert ein Schauspiel regelmäßig wiederholt. Hoffnungsvollen Ansagen der wechselnden Geschäftsführungen der WOBAU folgten katastrophale Jahresabschlüsse, welche durch opulente Übereignungen von städtischem Grund an ein marodes Unternehmen kaschiert wurden. Regelmäßig wurde kostbarer städtischer Grund für „einen Appel und ein Ei“ der WOBAU überlassen, damit diese dieselben phantasielos bebauen und anschließend extrem profitabel veräußern konnte. In Fakten: 2015 wurden Grundstücke mit einer Größe von 39.928 qm mit einem Verkehrswert von über 2.749.000 € für 100.000 € und 2016 Grundstücke mit einer Größe von 62.480 qm mit einem Verkehrswert von über 9.006.000,- € für 500.000,- € an die Wobau verkauft. Das ist ein Skandal!

Zweifelhafte Bauprojekte zur Sanierung der WOBAU

Einen erneuten Höhepunkt verfehlter Kommunalpolitik durften zahlreiche Velberter Bürger am vergangenen Dienstag den 20.03. im Saal Velbert des Rathauses erleben. Es wurden zahlreiche Bebauungsplanänderungen zugunsten des defizitären städtischen Wohnungsbauunternehmens vorgestellt. Die erstaunten Bürger durften erleben, wie allein Velbert Ost nach dieser Devise offensichtlich vollständig umgestaltet werden soll.

Am Brangenberg soll auf belastetem Grund ein neuer Kindergarten entstehen. Man erkundet das Grundstück selbst, findet Blei und Arsen. Probebohrungen unmittelbar außerhalb des Grundstückes in der eigentlichen Abraumhalde finden nicht statt. Stattdessen werden der Renovierung der in unmittelbarer Nähe befindlichen beliebten Kolpingkindertagesstätte die Mittel entzogen. Fazit: ein teurer Neubau für die WOBAU auf Risikoerdreich statt einer preiswerteren Renovierung einer etablierten Institution in 300 m Luftlinie.

Am Heimstättenweg wurde den Bürgern im letzten Jahr die WOBAU noch als Retter und Problemlöser für den Bau von Flüchtlingsunterkünften präsentiert. Auch dieses Projekt entpuppt sich nun als ausschließlich profitorientiertes Immobilienprojekt. Die Anwohner freuen sich schon auf die Anliegerkosten da die Abwasserentsorgung offensichtlich nicht hinreichend ist. Die WOBAU wird man wohl nicht zu stark belasten dürfen. Den Ertrag aus den 20 Einfamilien- und Reihenhäusern wird man nicht schmählern wollen. Die WOBAU wird die Kosten wohl nicht übernehmen!

Die bekannten Überflutungsprobleme im Bleibergtal

Die Krönung des Ganzen ist schließlich die geplante Ausweitung und Erschließung des „Gewerbe- und Industriegebietes Große Feld“ an der Langenberger Straße. Ein wahrhaft kühner Entwurf, geboren aus den Zwängen der Kommunalaufsicht, der die Verschleuderung von städtischem Grund an die WOBAU nicht verborgen geblieben ist. Da kann man doch leichten Herzens alle Zusagen an die Anwohner über Bord werfen und in Gigantomanie 270.000 qm versiegeln. Naturschutz ist heute ohnehin kein Thema mehr.

Die bekannten Überflutungsprobleme im Bleibergtal sollen zwei Regenrückhaltebecken „lösen“, die allen Ernstes über die Bleibergbeeke und ein weiteres Rinnsal erfolgen soll. Eine Kostenschätzung zu dieser gleichermaßen aufwändigen wie auch unzureichenden Wahnsinnstat gibt es bisher nicht. Drängt ja auch nicht: Die Bürger zahlen es ja im Umlageverfahren!

Im Rathaus vertritt man wohl weiter die Auffassung die WOBAU, „die der Stadt schon soviel Gutes getan hat“ (Zitat Hans Küppers, Vorsitzender des Bezirksausschusses Velbert-Mitte während der Bürgeranhörung am 20.03.2018). Das Gute, bilanziert aktuell wohl Vermögensverluste der Bürger der Stadt in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags allein aus den vergangenen fünf Jahren. Herr Küppers muss sich fragen lassen ob er die Situation nicht übersieht oder ob er andere Motive für diese Aussage hat.

Mein Appell an die große Koalition der vermeintlichen Retter im Rathaus: Nehmt Eure Verantwortung für die Stadt wieder wahr! Zerschlagt nicht bewährte Strukturen und zerstört nicht das Stadtbild, um Fehler der Vergangenheit zu kaschieren! Stoppt die Abwärtsspirale!

Ausschreibung und Wettbewerb statt Mauschelei! Artur Busse, Velbert

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