BPlan 761 Große Feld im Ausschuss beschlossen – Schmutzwasser-Einleitung weiterhin unklar
Was fachlich noch zu erwähnen ist.
Am 16.06.2026 haben Bezirksausschuss Velbert-Mitte und zwei Fachausschüsse den Bebauungsplan 761 Große Feld erneut mehrheitlich beschlossen. Am 07.07. beschließt der Haupt- und Finanzausschuss und nach einer Bürgerinformationsveranstaltung am 09.07. entscheiden am 14.07.2026 die 81 Ratsmitglieder. Eine erneute Beteiligung der Bürger*innenschaft findet nicht statt.
Die Frage von Artur Busse (GRÜNE), ob die nun 11,2 Mio. € Kosten für „Kanalisation“ (vor 2 Jahren noch 8,4 Mio. € also 33% Steigerung!) weiter differenziert werden können, konnte in der Sitzung nicht beantwortet werden.
Auch seine Nachfrage, wo genau das Schmutz- und Prozesswasser der rd. 17 ha Flächen für produzierendes Gewerbe eingeleitet werden solle, blieb unbeantwortet. Vor zwei Jahren war man da noch auskunftsfreudiger und exakter: „Stahlstraße, Schacht 74908018“.
Die Beschlussvorlage 240/2026 ist 11 Seiten lang, umfasst mit allen Anlagen aber 2.704 Seiten.
Karte: In welchen Mischwasserkanal (magenta) und über welche Trassen soll das Schmutzwasser des Große Feld eingeleitet werden? Die bisher geplante Lösung (Schmutzwasser-Druckleitung in braun) ist nicht mehr realisierbar.
Wichtigstes Dokument ist (neben dem zeichnerischen Bebauungsplan selbst) seine textliche Begründung.
Die hat 677 Seiten Umfang und auf Seite 66 gibt es eine Überraschung: „Ursprünglich war geplant, das auftretende Schmutzwasser … im Bereich der Stahlstraße über Pumpwerke und Druckleitungen abzuführen und es von dort zur Kläranlage Hespertal zu leiten. Aufgrund einer in der Zwischenzeit erlassenen Ordnungsverfügung darf dort jedoch kein zusätzliches Schmutzwasser mehr in diesen Entwässerungsbezirk eingeleitet werden.“
Es wird dann, behauptet, das Schmutz- und Prozesswasser könnte in einen Mischwasserkanal der Langenberger Straße bzw. Straße Bleiberg eingeleitet werden. Was in der Planbegründung „technisch möglich“ bedeutet, bleibt aber unklar.
Denn die „Entwässerungskonzeption“, auf die in der Begründung Bezug genommen wird, ist nicht Teil des Planverfahrens und nicht in den 2.704 Seiten enthalten. Und Artur Busses Nachfrage blieb unbeantwortet.
Auch für die außerhalb des Plangebietes ggf. betroffenen Anlieger ist die Entwässerungskonzeption nicht zugänglich.
Schaut man ein paar km weiter ostwärts in die Begründung zum Bebauungsplan 243 Wilhelmshöher Straße, so findet man dort Informationen zu Kanaldimensionierung und Kapazitäten. Für 22 Einfamilienhäuser! Aber beim Schmutz- und Prozesswasser von 17 ha produzierendem Gewerbe, reicht die Aussage es sei wohl „technisch möglich“.
Wir werden sehen, wie der Plangeber (das ist der Rat der Stadt Velbert!) zum Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses (14.07.2026) eine sachgerechte Beurteilung zur Schmutzwasserfrage vornimmt, wenn er die vorgeschlagene Lösung gar nicht kennt. Wenn schon Ratsmitglieder uninformiert bleiben, ist für die „Bürgerinformationsveranstaltung“ nichts Gutes zu erwarten. Warten wir es ab.
Insgesamt sind die Erschließungskosten (und zwar nur für die westliche Hälfte des Gebietes) seit 2024 um 4,55 Mio. € (bzw. 23,6%) auf nun 23,85 Mio. € gestiegen. Im Abwasserbereich werden überwiegend die Gebührenzahlenden (Haushalte und Betriebe) diese Kosten schultern müssen und nicht etwa die dort angesiedelten Unternehmen, soweit es denn welche geben sollte.
Bürgerinitiative Große Feld Velbert e. V.
– der Vorstand


