• HOCHWASSERGEFAHR

    Wie der Bau eines Industriegebiets in Velbert die bestehende Hochwassergefahr für Langenberg noch erhöht

Wohnen oder arbeiten Sie im Langenberger Überschwemmungsgebiet?

Bezirksregierung Düsseldorf erklärte Hardenberger Bach und Deilbach zu Risikogewässern

Der Hardenberger Bach und der Deilbach gelten als Risikogewässer. Für diese hat die Bezirksregierung Düsseldorf Überschwemmungsgebiete festgesetzt. Insbesondere in den unteren Lagen der Langenberger Altstadt, wo der Hardenberger Bach in den Deilbach mündet, besteht ein besonderes Hochwasserrisiko bei Stark- oder Dauerregen, speziell nach längeren Trockenphasen, wenn die Böden nicht sehr wasseraufnahmefähig sind.

Die Häufigkeit von Extremwetterlagen, die zu Überschwemmungen führen können, wird künftig weiter zunehmen. [siehe hierzu auch Infobox ‚Klimawandel und Wasserwirtschaft‘]

Künftige Extremwetterlagen sind dabei gar nicht berücksichtigt

Für die Risikogewässer Hardenberger Bach und Deilbach wurden bereits Hochwasserrisiko- und Hochwassergefahrenkarten erstellt. Auf den hier abgebildeten  Karten-Ausschnitten (HWRK) können Sie die hochwassergefährdeten Bereiche sehen. Künftige, durch den Klimawandel bedingte Extremwetterlagen, sind dabei gar nicht darstellbar und sind daher auch nicht berücksichtigt.

Erkundigen Sie sich, ob Ihre Immobilie im festgesetzen Überschwemmungsgebiet liegt!

Hausbesitzer sind angehalten, selbst Vorkehrungen zum Schutz ihrer Immobilie zu treffen, so sieht es die Rechtslage vor.

Wohnen Sie in Langenbergs Überschwemmungsgebiet?

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Hochwasserrisikokarten von der Langenberger Altstadt

Klimawandel und Wasserwirtschaft

Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft. Die wichtigsten sind:

  • Starkniederschläge kommen häufiger vor
  • Überschwemmungen und Hochwasserereignisse nehmen zu
  • Niedrigwasserphasen werden häufiger und halten länger an
  • Wassertemperaturen erhöhen sich > der Sauerstoffgehalt nimmt ab > die Schadstoffkonzentration bei Niedrigwasser erhöht sich > die Wasserqualität wird beeinträchtigt
  • Die Kühlkapazität reduziert sich
  • Immer weniger Grundwasser bildet sich neu
  • Die chemischen Belastung des Grundwassers nimmt zu

(Quelle: Integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept für die Zuständigkeiten des Kreises Mettmann, Anpassung an den Klimawandel, Juli 2017)

Festgesetzte Überschwemmungsgebiete

Amtlich festgesetzte Überschwemmungsgebiete

Die amtliche Festsetzung von Überschwemmungsgebieten dient der schadlosen Abführung von Hochwasser und sichert die dafür erforderlichen Flächen für den Hochwasserabfluss sowie Retentions- oder Rückhalteräume. In diese Gebiete breitet sich das Hochwasser auf natürliche Weise unabhängig von der Flächennutzung aus. Sie sollen, wo immer möglich, freigehalten werden.

Mit der Festsetzung von Überschwemmungsgebieten werden die menschlichen Tätigkeiten in diesen Flächen einschränkt. Neue Baugebiete und die Errichtung von baulichen Anlagen sind grundsätzlich verboten. Auch innerhalb von Ortschaften, die in Überschwemmungsgebieten liegen, gelten Beschränkungen. So kann weiteres Schadenspotenzial vermieden werden.

Hintergrundinfos Hochwasserrisiko

An allen Risikogewässern werden Gefahren- und Risikokarten erstellt. Diese liefern detaillierte Informationen zur Hochwassergefährdung und der betroffenen Nutzung.

Die Gefahren- und Risikokarten werden vor dem Hintergrund einer topographischen Karte dargestellt. Sie werden für verschiedene Hochwasserszenarien aufbereitet: Extremhochwasser (HQextrem), 100-jährliches Hochwasser (HQ100) und häufiges Hochwasserereignis (HQhäufig).

Ein 100-jährliches Hochwasser tritt statistisch gesehen mindestens einmal in 100 Jahren auf. Es bildet in der Regel auch die Grundlage für den lokalen Hochwasserschutz und die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten. Daneben besteht das Restrisiko eines seltenen oder extremen Hochwassers. Die Karten für das HQhäufig sind optional und entsprechen einem Hochwasser, das 5 bis 20 mal in 100 Jahren vorkommt. Die Darstellungen von HQextrem und HQhäufig dienen in erster Linie der Information.

Hintergrundinfos Kartenmaterial

Was zeigen die Hochwasserrisikokarten?

Die Hochwasserrisikokarten (HWRK) zeigen für die drei Hochwasserszenarien HQhäufig, HQ100 und HQextrem auf, wo Einwohner oder Schutzgebiete betroffen wären, wo Kulturobjekte gefährdet sind und wo Gefahrenquellen für Industrieanlagen vorliegen. Das zu erwartende Schadensausmaß bei Hochwasser hängt dabei im Wesentlichen vom Schadenspotenzial in den überfluteten Gebieten und der Eintrittswahrscheinlichkeit des Hochwasserereignisses ab: Der Schaden bei einer häufigen Überflutung von Grünflächen ist weniger problematisch einzuschätzen als eine seltene Überflutung in Siedlungsgebieten.

Was hat das Hochwasserrisiko in Langenberg mit dem Bau eines Industriegebietes in Velbert zu tun?

– Wasser bahnt sich seinen Weg –

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Das Planungsgebiet ist ein zweiseitig abfallendes Gelände.

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Fließrichtung des Oberflächenwassers in Richtung Bleibergbeeke und Dellwigbach über den Eselssieper Bach in den Hardenberger Bach

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Fließrichtung Langenberger Altstadt und Nierenhof (mit amtlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten)

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Klick!

Stadt Velbert – Planung ignoriert Hochwassergefahr

Bei der Versiegelung von natürlichem, gut durchlässigem Boden kann das Oberflächenwasser, das bei Regen und Starkregen entsteht, nicht mehr an Ort und Stelle versickern. Wassermengen, die nicht von der Kanalisation und Regenrückhaltebecken aufgenommen werden können, fließen in tieferliegende Regionen – in die nächstgelegenen Flüsse und Bäche.
Bei dem Planungsgebiet südlich der Langenberger Straße handelt sich um ein zweiseitig abfallendes Gelände. Durch seine hohe Bodenqualität bietet die unversiegelte Fläche derzeit noch ein sehr hohes Wasseraufnahmepotential.

Nach Anfrage bei den Technischen Betrieben Velbert werden bei der Aufstellung des Bebauungsplanes die Hochwassergefährdungskarten Deilbach und Hardenberger Bach nicht berücksichtigt.

Genau in diese Gewässer aber entwässert das Planungsgebiet durch zwei periodisch trockenfallende Bäche (Bleibergbeeke und Dellwigbach).

Die bisherige Planung sieht vor, dass für die Versiegelungsfläche zwei Regenrückhaltebecken, bei ca. 20 ha nutzbarer Gewerbe- und Industriefläche mit einem Volumen von je 3000 und 4000 m3, zur Ableitung vorgehalten werden sollen. Besonders befürchten wir hier, dass im Falle einer Realisierung, diese Becken deutlich zu klein dimensioniert sind und dass im Falle von Starkregenereignissen Überlauf- und Bypass-Situationen auftreten können, die die ableitenden natürlichen Gewässer beeinträchtigen bzw. zerstören können.

Außerdem werden einige Gebäude der südwestlich gelegenen Diakonie Bleibergquelle, als höchst gefährdet eingestuft.

Es sind weder Retentionsbodenfilter vorgesehen, noch wird die ökologische Situation dieser Gewässer unter den veränderten Bedingungen hinreichend berücksichtigt.

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